STADT LAND PLUS UKRAINE 2008
By annamercedes on Thursday, September 18 2008, 11:58 - Permalink

Die Teams bei der Abreise
Anna reist mit STADT LAND PLUS UKRAINE (www.stadtlandplus.eu) durch die Ukraine und erkundet das Land. Erstmal gibt es hier jetzt nur den RSS Feed von der Seite, bis Anna die Zeit gefunden hat, etwas zu schreiben...
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By annamercedes on Thursday, September 18 2008, 11:58 - Permalink

Die Teams bei der Abreise
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Mein ABC der Reise
Aluschta: Eine der Städte auf unserem Programm. Aufgrund der späten Ankunft und Krankheitsfall in unserem Team konnten wir leider nicht so viel von der Stadt sehen. Um ehrlich zu sagen, gab es weniger zu sehen, als in den anderen Orten, die wir besichtigt haben. Das lag aber größtenteils auch daran, dass Aluschta ein reiner Badeort ist, der ab September etwas auszusterben scheint.
Baklava … ohne Worte! Ein Blätterteig-Dessert, das einfach nur himmlisch schmeckte! Vor der Hintergrundkulisse des Hersones (siehe weiter unten) einfach unbeschreiblich lecker und passend zur Umgebung verzehrt… Einfach nur toll!
Crimea (engl. für Krim) ist einfach ein wunderschöner Flecken Erde! Das sage ich bestimmt nicht nur, weil ich dort geboren bin… Viele Tausend Reisender würden mir mit Sicherheit recht geben. Die Krim hat in etwa die Größe Bayerns, allerdings nur etwas mehr als 2 Mio Einwohner, womit sie recht dünn besiedelt ist. Die Halbinsel kann man in Nord-, Zentral und Südkrim einteilen. Die Landschaft im Norden unterscheidet sich kaum von der ukrainischen Landschaft. Die Zentralkrim ist durch weite Steppenlandschaft gekennzeichnet. Hier werden v. a. viel Getreide und viele verschiedene Fruchtsorten angebaut.
Damenklos waren ehrlich gesagt etwas gewöhnungsbedürftig. Trotz ständiger Präsenz der Raumpflegerinnen, waren die sanitären Einrichtungen meist in einem sehr erbärmlichen Zustand. Trotzdem musste für die Benutzung ein Entgelt von 1 bis 2 Griwna entrichtet werden. Wofür blieb für immer ein Geheimnis…
Einkaufen und Selbstversorgung war zwar ganz lustig und war (wiederum aufgrund der Sprachkenntnisse) problemlos wären da nicht die überaus freundlichen Servicekräften. Spätestens im Supermarkt merkten wir wieder das alte sozialistische Denken. So war es als ich vor 15 Jahren die Ukraine verließ und bis heute hat sich (außer im McDonald´s wo lächeln quasi die oberste Pflicht ist) nicht weiter verändert. Nur gab es früher nichts zu kaufen… Heute täuschen volle Regale über die Tatsache hinweg, dass man in Läden ohne Selbstbedienung erstmal an die Ware gelangen muss. Die überaus freundliche Verkäuferin (in 99,9 % der Fälle weiblich) muss erstmal überzeugt werden ihre Ware freundlicherweise gegen Entgelt an den Kunden loszuwerden, was gar nicht so einfach ist. „Fremdwörter“ wie „bitte“, „danke“, „hallo“ und „tschüß“ fehlten meistens gänzlich im Wortschatz, was gerade in einer Touristenregion überaus schade ist.
Feodossija… hmm… kann mich gar nicht mehr erinnern ;-)
Griwna ist die ukrainische Währung. Für einen Euro bekommt man ca. 7 Griwna, was allerdings stark schwanken kann, da die Griwna an den Dollar gebunden ist (bzw. war). Die gedruckten Scheinchen unterscheiden sich alle mehr oder minder voneinander, da jede Serie ihre eigenen Motive hat und es einige Serien gibt… So muss man sich immer wieder vergewissern, wieviel Geld man gerade in der Hand hat. Aufgrund der Unbeständigkeit in der Währungspolitik kommt man schon immer wieder durcheinander…
Hersones ist eine alte griechische Siedlung, die noch sehr gut erhalten ist. Man kann einzelne Häuser, Wege und Bäder erkennen. Viele Säulen sind noch erhalten und sehen vor der traumhaften Kulisse des Schwarzen Meeres atemberaubend aus.
Insel oder Halbinsel? Fakt ist, dass die Krim de facto eine Insel ist, die im Mittelalter durch eine Meeraufschüttung zur Halbinsel wurde und somit mit dem Festland und der heutigen Ukraine untrennbar verbunden ist. Die Krim wurde keinesfalls zeitlebens von slawischen Völkern bewohnt. Vielmehr war sie Teil des osmanischen und auch griechischen Imperiums (siehe Hersones und andere griechisch anmutende Namen wie Simferopol, Sewastopol…).
Jeden Tag galt es eine neue Stadt zu besichtigen und neue Tagesaufgaben zu erfüllen. Dies war zwar nicht immer einfach, hatte aber großen Spaß gemacht… Wie dem auch sei, wir haben für die 2 Wochen relativ viel gesehen (auch wenn es von manchen Städten letztlich nur die Unterkunft war).
Katastrophen gab es auf unserer Reise eigentlich keine. Es gab hier und da ein paar Missverständnisse und Kommunikationsschwierigkeiten mit unserer Hauptzelle in Kiew. Da wir jedoch schnell unsere zuständigen Ansprechpartner ausfindig gemacht haben und diese relativ redselig waren… na egal, schön war´s und hat nicht zuletzt aufgrund frisch gehaltener Sprachkenntnisse gut hingehaun`.
Leckereien gab es auf unserem Weg viele… Für mich waren natürlich die wenigsten Sachen unbekannt, denn das Meiste davon kommt täglich auf meinen Tisch (v. a. jetzt wo ich wieder übergangsweise bei meinen Eltern wohne). Besonders in Erinnerung ist mir das Essen in Aluschta geblieben, als wir uns für wenig Geld die Speisekarte rauf und runter bestellt haben und einfach alle alles mal probiert haben. Sehr lecker! Empfehlen würde ich auf einer Reise in die Ukraine auf alle Fälle Bortsch, Pelmeni und Wareniki und zwar genau in der Reihenfolge. Als Getränk bitte Birkensaft bestellen. Zum Nachtisch auf jeden Fall Tee und gefüllte Pfannkuchen. Guten Appetit!
Marschrutka ist in den letzten Jahren zu einer sehr beliebten Fortbewegungsmöglichkeit geworden. Marschrutkas fahren nach einer bestimmten Route (wie das Wort verrät: Marschroute) und sind relativ klein. Das und die Tatsache, dass in Marschrutkas eigentlich keine Stehplätze vorgesehen sind, hindert die Fahrer jedoch nicht daran so viele Menschen wie möglich mitzunehmen, was teilweise zu Platzängsten führen kann. Eine Fahrt kostet, abhängig von der Stadt und der Tageszeit, 1,50 bis 4 Griwna. Somit sind sie zwar teuer als die Busse, jedoch auch schneller und flexibler weshalb sie auch viel öfter fahren.
Novij Svet heißt soviel wie „Neue Welt“ wobei Svet auch für „Licht“ steht. Dort gab es die Krimsekt-Kelterei zu besichtigen, die wir leider nicht mehr pünktlich erreicht hatten.
Odessa – eine wunderschöne Stadt, für die zwei Tage einem wie zwei Stunden vorkommen, denn es gibt viel zu entdecken. Das berühmte Wahrzeichen, die Potemkische Treppe, ist ein interessant konstruiertes Bauwerk. Schließt man sich einer Touristengruppe an, kann man übrigens viel über die Stadt und die Bauwerke erfahren. Ah ja, natürlich immer die Sprachkenntnisse vorausgesetzt…
Pelmeni sind gefüllte Teigtaschen, ähnlich den schwäbischen Maultaschen, nur viel kleiner und mit Hackfleisch-Kräuter-Mischung. Gegessen haben wir Pelmeni… ein paar mal auf jeden Fall. Einmal mussten sogar Tiefkühlpelmeni dran glauben. Die gibt´s übrigens auch in jedem russischen Supermarkt außerhalb Russlands/der Ukraine. Einfach in heißes Wasser geben und rausnehmen wenn sie oben schwimmen. Mit Sauerrahm und frischen Kräutern servieren. Mhhhhh…
Quarantäne: dazu kam es zum Glück nicht. Wir entgingen dieser jedoch ganz knapp, da zwei Mitglieder der dreier Teams (unter anderem meine Wenigkeit) zeitweise unter Grippe in ihren vielfältigen Auswirkungen litten. Dies war ein kleiner Wehmutstropfen, jedoch konnten wir angesichts der teilweise vorherrschenden Zustände der sanitären und sonstiger Einrichtungen echt froh sein, so glimpflich davongekommen zu sein. Puh, nochmal Glück gehabt ;-)
Russisch: immer noch (entgegen weitläufiger Meinung und Wunschdenken der ukrainischen Regierung) weit verbreitet. Mir persönlich (und auch somit meinem Team) halfen meine Russisch-Kenntnisse enorm. Mir Russisch-Kenntnissen war´s da schon etwas leichter die manchmal gut gemeinten Routen „etwas“ abzuändern und sich Hilfe des ukrainischen Teams vor Ort zu holen.
Sewastopol: eine Traumstadt, in die ich mich total verliebt habe!! Das Meer, die Strandpromenade und die unwahrscheinlich große Gastfreundschaft auf der einen Seite – aber auch die Geschichte und die heutigen Spannungen um die Schwarzmeerflotte auf der anderen Seite. Einfach unvergesslich!
Trolleybus: eine der interessantesten Fortbewegungsmöglichkeiten. Sieht meiner Meinung nach vor allem vor dieser Traumlandschaft sehr “anders” aus, wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Und selbst als die Verbindung zur Oberleitung riss, war keiner der Fahrgäste überrascht. Bald wusste ich den Grund: binnen ein paar Minuten war das Ganze behoben und die Fahrt konnte weitergehen. Die Passagiere haben das natürlich gewusst und so hat sich niemand über die kleine Unterbrechung der Ruckelfahrt gewundert.
Ukrainisch: ist tatsächlich eine eigene Sprache mit einer eigenen Grammatik. Oft wird Ukrainisch dem Russischen gleichgesetzt. Russen verstehen jedoch kein Ukrainisch, wohingegen die Ukrainer sehr wohl Russisch verstehen. Ähnlich wie Portugiesen und die Spanier sprachlich miteinander auskommen.
Vogelperspektive der Krim muss unwahrscheinlich schön sein! Dieses Erlebnis hatten wir teilweise in Balaklava in der Nähe von Sewastopol. Genau da war zwar der Akku meiner Kamera kaputt, aber die Bilder haben sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt. Das Meer, die bergige Küste, die untergehende Sonne… das alles kann man in Worten gar nicht beschreiben! Deshalb beim nächsten Urlaub ab nach Sewastopol und die Umgebung erkunden!
Wassermangel auf der Krim haben wir hautnah erlebt, als es tagsüber teilweise kein Wasser gab. Verrückte Welt, wenn man bedenkt, dass die Krim vom Wasser umgeben ist.
Zum Schluss: Die Ukraine hat sehr viele Facetten. Eine davon, die Halbinsel Krim, haben wir einige Tage lang erkunden dürfen. Geblieben sind viele Erinnerungen v. a. an die wunderschöne Landschaft. Diese hat nicht umsonst schon viele Maler und Dichter zu ihren Werken inspiriert. Ohne Sprachkenntnisse kommt man außerhalb größerer Städte jedoch nur schwer zurecht und bekommt nicht allzu viel von der herzlichen Gastfreundschaft und der Vielfältigkeit dieses kleinen Fleckchens Erde mit. Daher Russisch lernen, Flug buchen (ja nicht tagelang mit dem Zug ruckeln!) und ab in die Ukraine und auf die Krim!